Die besten Check-in-Fragen für Meetings und Workshops

Aktualisiert: 21. Okt.

Gute Check-in- und Check-out-Fragen schaffen Transparenz und Klarheit, sie verbinden, inspirieren und erheitern. Hier kommt eine Liste mit Fragen, die ich als Workshop-Moderator regelmäßig in Meetings und Workshops verwende, weil sie gut funktionieren und zu interessanten Antworten führen.
Inhaltsverzeichnis:
1. Die besten Check-in-Fragen
Fragen für die Zusammenarbeit und den täglichen Check-in:
Wie hoch ist dein Energielevel auf einer Skala von 1 bis 10?
Was hält dich davon ab, heute mit voller Aufmerksamkeit hier zu sein?
Was motiviert dich gerade am stärksten?
Worauf freust du dich in dieser Woche?
Was hast du gestern geschafft?
Was hast du heute vor?
Was wünschst du dir vom Team?
Wo brauchst du von wem Unterstützung?
Was brauchst du, um gut arbeiten zu können?
Fragen für eine Retrospektive oder einen Workshop:
Was haben wir uns seit dem letzten Format vorgenommen?
Welche To-dos sind noch offen, welche sind erledigt?
Was hat sich schon Positives in der Organisation verändert?
Was wäre das ideale Ergebnis dieses Workshops?
Welches Ziel haben wir bereits erreicht?
Was hat uns Kraft gegeben?
Was hat uns ausgebremst?
Was sind die nächsten Schritte zur Umsetzung unserer Ideen?
Wie können wir den Workshop das nächste Mal verbessern?
Persönliche und inspirierende Fragen:
Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch erleben?
Welches außergewöhnliche Hobby hast oder hattest du?
Wer sind die Held*innen deiner Kindheit und warum?
Wann hast du das letzte Mal Tränen gelacht und worüber?
Was weiß noch niemand in der Gruppe über dich?
Welche Orte machen dich glücklich?
Was hat dich in letzter Zeit inspiriert?
Worauf bist du richtig stolz in deinem Leben?
Fragen zum Kennenlernen im Team:
Woran arbeitest du gerade am liebsten?
Was war dein erster Job, und was hast du dort gelernt?
Welche Stärke bringst du ins Team, die wir vielleicht noch nicht kennen?
Was ist dir in der Zusammenarbeit besonders wichtig?
Wie erreicht man dich am besten, wenn es schnell gehen muss?
Was würdest du gerne von jemandem aus dem Team lernen?
Was brauchst du von uns, damit du gut in die Zusammenarbeit startest?
Was sollten wir über deine Arbeit wissen, das in keiner Stellenbeschreibung steht?
Für ein intensiveres Kennenlernen nutze ich ein persönliches Profil, das du in meinem Artikel zum Team-Offsite kostenlos herunterladen kannst.
Fantasievolle und witzige Fragen:
Wenn Zeitreisen möglich wäre, in welches Jahr würdest du reisen und warum?
Was würdest du machen, wenn du eine Million Euro im Lotto gewinnst?
Für welches deiner Talente bekommst du ein Denkmal gesetzt?
Welcher Film- oder Songtitel beschreibt am besten deine aktuelle Stimmung?
Welches Tier drückt am besten deine aktuelle Stimmung aus?
Kennst du einen guten Witz und hast Lust ihn zu erzählen?
Welche Superkraft hättest du gerne und warum?
Welcher Satz wird auf deinem Grabstein über dich stehen?
2. Die besten Check-out-Fragen
Ein Check-out schließt ein Meeting oder einen Workshop bewusst ab. Er zeigt dir als moderierende Person, wie das Format angekommen ist, und gibt allen die Gelegenheit, noch etwas loszuwerden, bevor sie gehen. Weil das Energielevel am Ende meistens niedriger ist, reichen beim Check-out ein oder zwei Fragen.
Fragen für ein kurzes Feedback:
Mit welchem Gefühl gehst du aus dem Meeting?
Was nimmst du heute mit?
Was war für dich der wichtigste Moment?
Was hat dir heute gefehlt?
Was sollten wir beim nächsten Mal anders machen?
Fragen für Workshops und Offsites:
Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop-Tag?
Welcher wichtige Punkt ist deiner Meinung nach noch offen?
Was ist dein erster nächster Schritt?
Wem aus der Runde möchtest du heute Danke sagen?
Lustige Check-out-Fragen:
Welches Emoji beschreibt den heutigen Tag am besten?
Wenn der Workshop ein Film wäre, wie würde er heißen?
Welches Wetter beschreibt deine Stimmung gerade am besten?
Was machst du heute Abend als Erstes?
3. Gute Gründe für einen Check-in
Ein Check-in oder Check-out ist ein zeitlich begrenzter und informativer Austausch im Team. Er findet als einleitender oder abschließender Moment eines Workshops, Meetings oder Offsite statt. Ein Check-in kann auch als Daily-Standup Meeting für sich alleine stehen. Die gewählten Fragen steuern bewusst den Fokus. Dieser kann auf der Zusammenarbeit, dem Projektstatus, einer persönlichen Vorstellung, der gegenseitigen Wertschätzung oder dem Abfragen von Erwartungen liegen. Es lohnt sich, kurze und verbindende Check-in und Check-out Momente als regelmäßige Routinen im Arbeitsalltag zu etablieren. Sie unterstützen den persönlichen Austausch im Team und fördern eine wertschätzende und transparente Kommunikationskultur. Check-ins sind ein wichtiger Bestandteil zukunftsorientierter Organisationen.
4. Beispiel: Ein dreitägiges Team-Offsite
Um die Theorie nachvollziehbar zu machen, stelle ich im Folgenden Check-in- und Check-out-Fragen und die damit verfolgten Ziele vor, die ich während eines dreitägigen Team-Offsite erfolgreich eingesetzt habe. Als externer Moderator wurde ich mit der Planung und Moderation des Formats beauftragt. In dieser Position ist es besonders wichtig, die Teilnehmenden von Anfang an auch auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen.
Ein guter Workshop macht Spaß, ist effektiv und anstrengend. Zu Beginn sind Motivation und Offenheit im Team erfahrungsgemäß hoch. Zum Ende hin sinkt das Energielevel und die Vorfreude auf den Feierabend steigt. Das berücksichtige ich in der Dramaturgie und stelle beim Check-in gerne mehrere Fragen, beim Check-out oft nur eine oder zwei. Ergänzend kommuniziere ich, wie viel Zeit ich insgesamt für diesen Programmpunkt eingeplant habe. Auch bei mehreren Fragen reichen in der Regel 30-60 Sekunden pro Person. Wenn sich im Laufe der Antwortrunde herausstellt, dass die Redezeit nicht eingehalten wird, benutze ich einen Time Timer® zur Visualisierung der Zeit.

Erster Tag
Check-in
Ziel: Sich besser kennenlernen und die Erwartungen abfragen.
Was ist dein Name und deine Rolle im Unternehmen?
Wie war deine Anreise?
Welche Erwartung hast du an den Workshop?
Check-out
Ziel: Ein erstes Feedback zum Format einfangen.
Mit welchem Gefühl gehst du aus dem Workshop-Tag?
Zweiter Tag
Check-in
Ziel: Prüfen, ob es allen gut geht und etwas Persönliches erfahren.
Wie hast du geschlafen?
Welchen Berufswunsch hattest du in deiner Kindheit?
Was ist dein Lieblingsfilm?
Check-out
Ziel: Eine persönliche Lernerfahrung und offene Punkte abfragen.
Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus dem Workshop-Tag?
Welcher wichtige Punkt ist deiner Meinung nach noch offen?
Dritter Tag
Check-in
Ziel: Ein persönlicher und inspirierender Einstieg in den Tag.
Was war das verrückteste, was du je auf einer Reise erlebt hast?
Welchen Podcast kannst du empfehlen?
Check-out
Ziel: Ein persönliches Feedback zum Format erhalten.
Was würdest du beim nächsten Mal an diesem Format verbessern?
5. Welche Fragen eignen sich am besten?
Das Beispiel zeigt, wann und mit welchem Ziel ich die verschiedenen Fragen eingesetzt habe. Aus meiner Sicht war jede Frage geeignet und zielführend. Generell gibt es nicht die beste Frage für einen Check-in. Es gibt nur Fragen, die besser zur Absicht und Situation, zum Team und zur fragenden Person passen. Manche Fragen erscheinen interessanter als andere. Das ist ein guter Grund, sie auszuwählen. Manche Fragen führen bei einem Team zu inspirierenden und persönlichen Momenten, bei einem anderen zu Sprachlosigkeit. Jedes Team hat seine eigene Dynamik und diese beeinflusst, wie offen, persönlich und konstruktiv der Check-in verläuft. Idealerweise klärst du im Vorfeld, wie sich das Team zusammensetzt. Wie alt sind die Teilnehmenden und wie ist das Arbeitsklima im Team und in der Organisation? Das hilft dir, die richtigen Fragen auszuwählen. Du kannst die Dynamik auch aktiv beeinflussen, indem du als Erste*r mit der Beantwortung der Fragen beginnst. So kannst du beispielhaft zeigen wie persönlich, humorvoll oder umfangreich der Check-in ablaufen kann.
6. Wenn ein Check-in im Führungsteam nicht reicht
Ein guter Check-in sorgt dafür, dass alle im Raum ankommen und sich gehört fühlen. In Führungsrunden erlebe ich allerdings immer wieder, dass auch die beste Frage an Grenzen kommt. Die Runde trifft sich regelmäßig, der Check-in läuft freundlich, und trotzdem bleiben die wichtigen Themen liegen. Die Gründe liegen dann meistens tiefer, zum Beispiel in unklaren Rollen, in Entscheidungen, die immer wieder bei der Geschäftsführung landen, oder in Meetings, die ohne Ergebnis enden.
Wenn du das aus deinem Team kennst, helfen diese Fragen bei einer ersten Einschätzung:
Wissen alle in der Runde, welche Entscheidungen sie selbst treffen dürfen?
Endet euer Meeting mit klaren nächsten Schritten, und weiß jede Person, worum sie sich kümmert?
Werden schwierige Themen im Meeting angesprochen oder erst danach auf dem Flur?
An solchen Themen arbeite ich mit Führungs- und Projektteams im Team-Coaching über mehrere Monate. Geht es um die Zusammenarbeit zwischen Bereichen und Ebenen, ist die Organisationsberatung der passende Rahmen. Wie ihr eure Meetings selbst besser aufbaut, beschreibe ich in meinem Artikel über Team-Meetings.
Wie ich Workshops aufbaue, damit am Ende mehr steht als gute Stimmung, erzähle ich in diesem kurzen Video:
7. Häufige Fragen zu Check-in und Check-out
Was ist ein Check-in im Meeting?
Ein Check-in ist ein kurzer, zeitlich begrenzter Austausch zu Beginn eines Meetings oder Workshops. Jede Person beantwortet reihum eine oder mehrere Fragen, zum Beispiel zur eigenen Stimmung, zu den Erwartungen oder zu etwas Persönlichem. So kommen alle im Raum an, und die moderierende Person bekommt ein Gefühl dafür, wie das Team gerade drauf ist.
Wie lange dauert ein Check-in?
Ich plane 30 bis 60 Sekunden pro Person ein, auch wenn ich mehrere Fragen stelle. Bei zehn Teilnehmenden dauert ein Check-in also etwa fünf bis zehn Minuten. Wenn die Redezeit nicht eingehalten wird, visualisiere ich die Zeit mit einem TimeTimer.
Wie viele Fragen sollte ich bei Check-in und Check-out stellen?
Beim Check-in stelle ich gerne zwei bis drei Fragen, weil Motivation und Offenheit am Anfang hoch sind. Beim Check-out reichen meistens ein oder zwei Fragen, denn am Ende eines Workshops sinkt das Energielevel und die Vorfreude auf den Feierabend steigt.
Du suchst einen Moderator für euren nächsten Workshop oder einen Teamcoach für dein Team? Dann schreib mir für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.
Fotografie Chris Piotrowicz und Angela Elbing.